Am Freitag, 11.09.2026, führte die Universitätsmedizin Göttingen eine weitere Informationsveranstaltung zum Thema Organspende an den BBS Goslar-Baßgeige/Seesen durch. Teilgenommen haben drei 11. Klassen des Beruflichen Gymnasiums mit ihren Lehrkräften. Hintergrund ist die aktuelle politische Debatte über eine mögliche Einführung der Widerspruchslösung, bei der jede Person als Organspender gilt, sofern kein Widerspruch vorliegt. Derzeit gilt in Deutschland die Entscheidungslösung, die auf freiwillige und informierte Zustimmung setzt. Das bestehende Organspenderegister wird bislang jedoch nur wenig genutzt. Eine Ursache könnte die fehlende gezielte Ansprache junger Menschen sein. Dabei können bereits Jugendliche ab 16 Jahren ihre Entscheidung rechtssicher dokumentieren, etwa über den elektronischen Personalausweis. Ziel der Veranstaltungen war eine ergebnisoffene Aufklärung der Schülerinnen und Schüler: Sowohl Zustimmung als auch Ablehnung werden gleichermaßen respektiert – entscheidend ist eine fundierte Entscheidung auf wissenschaftlicher Grundlage. Neben Vorträgen wurden Informationsmaterialien und Organspendeausweise bereitgestellt. Zudem sollte die Veranstaltung dazu anregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Gespräche im persönlichen Umfeld anzustoßen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts. In Kooperation mit dem Institut für Medizinische Psychologie werden anonymisierte Fragebögen eingesetzt, um Wissen, Einstellungen und Entscheidungsbereitschaft vor und nach den Veranstaltungen zu erfassen. Die Teilnahme erfolgte freiwillig; Eltern sowie Schülerinnen und Schüler wurden im Vorfeld umfassend informiert. Die beteiligten Lehrkräfte hoben die Bedeutung solcher Angebote hervor: „Das Thema ist gesellschaftlich hochrelevant, wird im Unterricht jedoch oft nur am Rande behandelt. Die Veranstaltung hat viele zum Nachdenken angeregt – gerne wieder.“
